Der bewaffnete Konflikt in Kolumbien, der vom Militär, verschiedenen Guerillagruppen wie auch paramilitärischen Kräften ausgetragen wird, ist der längste und blutigste in der jüngeren Geschichte Lateinamerikas. Tausende fallen ihm jedes Jahr zum Opfer. Die Zivilbevölkerung – insbesondere auf dem Land – leidet am stärksten: Mehr als vier Millionen Menschen wurden in den letzten beiden Jahrzehnten zu Flüchtlingen im eigenen Land. Entwurzelt leben sie meist in den Slums der Großstädte. In Kolumbien gibt es aber auch viele Gruppen und Organisationen, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen. Gerade unter Jugendlichen gibt es Bewegungen, die mit Seminaren, Musik- und Veranstaltungsangeboten, Kriegsdienstverweigerung und direkten Aktionen eine Kultur der Gewaltfreiheit als Alternative leben. Eine dieser Gruppen ist Red Juvenil Medellín. „Wir sind in erster Linie KriegsdienstverweigerInnen und lehnen Militär und Armee ab“, erklärt zum Beispiel Paula Galeano, die in der Gruppe aktiv ist. „Aber wir versuchen auch die sozialen und ökonomischen Ursachen der Konflikte zu sehen und mischen uns in diesen Bereichen ein. Wir kämpfen gegen transnationale Konzerne sowie die allgemeine Ungerechtigkeit und Diskriminierung in unserem Land.“ Auf ihre Aktionen bereiten sich die Mitglieder und Freunde von Red Juvenil in Seminaren und Workshops über zivilen Ungehorsam vor. Die kreativen Formen des gewaltfreien Widerstandes sind bestechend und attraktiv zugleich, irritieren und provozieren zum Nachdenken. Auf den Veranstaltungen wird Alejandra Londoño Bustamante, eine Aktive der Gruppe, über die Situation in Kolumbien und die aktuellsten Entwicklungen berichten. Sie wird schildern, wie sich Red Juvenil in einem Land voller Gewalt für Kriegsdienstverweigerung und Gewaltfreiheit einsetzt. Eine Veranstaltung der Connection e.V. und das Helmut-Michael-Vogel-Bildungswerk und der DFG-VK. |