| Griechenland – Eine Geschichte der Kämpfe „...dass die Zukunft ein zugemauertes Fenster ist.“ (im Dezember 2008) Nicht erst seit dem Aufstand von 2008 gibt es in Griechenland eine beachtliche sozialrevolutionäre Auseinandersetzung. Die Aufstände und Revolten in den 80er und 90er Jahren, 2008 und 2010 stehen für eine Gesellschaft, in der politische und kulturelle Gegensätze unversöhnlich aufeinanderprallen. Dazu beigetragen haben die Erfahrungen des Bürgerkriegs in den 1940er Jahren, eine Reihe von Diktaturen, und vor allem ein Terror gegen Linke und Anarchisten, gegen alle Regimekritiker, der seit den 30er Jahren der wesentliche Grund dafür ist, dass dieser Staat von seinen Einwohner_Innen gehasst wird. Seit 2006 kam es zur Eskalation von rechts durch Bombenattentate, Killfahndung, Messerstiche auf Bootsflüchtlinge und Säureattentate auf Gewerkschafterinnen. „Für die Banken Geld, für die Jugend Kugeln – Von nun an werden die Tage uns gehören.“ Mit diesem Slogan begann die griechische Jugend (seit) 2008, Polizeistationen anzugreifen und neue Zentren zu besetzen. Aus den zahlreichen Plena heraus wurden keine Forderungen mehr gestellt. Die Wirkungen des Aufstands vom Dezember 2008 waren derart, dass Sarkozy in Frankreich Kürzungsvorhaben im Bildungsbereich vom Tisch nahm! Bei den gegenwärtigen Kämpfen seit 2010 geht es uns weniger um die Verschuldung des griechischen Staates, der nicht zum ersten Mal einen Beinahe-Bankrott erlebt, sondern mehr um die Frage, welche Zukunft Parteien und Parlamente in ganz Europa haben, wenn das kapitalistische Regime und seine Polizeien derart den Lohnabhängigen zuleibe rückt und Lebensperspektiven raubt. Bei unserer Veranstaltung möchten wir über die Kampfformen der letzten Jahre diskutieren, die von Streiks über Plünderungen bis zu Bombenanschlägen reichten, und stellen aktuelle Thesen der Gruppe TPTG vor. Wird der 5. Mai ein weitreichender Bruch? Wir laden dazu ein, mehr Hintergrund zu erfahren über ein Land, in dem dieses Jahr erneut mit einem NoBorderCamp den EU-Grenzen der Kampf angesagt wird. |