Gedenken an die Räterepublik in Bremen 1919

Wo: ganz woanders!
Wann:12.02.12 um 11 Uhr
Was:Demo
Kurz:Veranstaltung zu Ehren der Verteidiger der Bremer Räterepublik

Ort: Waller Friedhof

ab 12Uhr Kulturprogramm im “Westend”

Es sprechen:

Frederick Langer

- Bremer Antikapitalistische Linke (BAL) –

Münir Derventli

- Rote Hilfe e.V. Ortsgruppe München –

Musik:

Michael Henk

Buchtstraßen-Chor

Anschließend ab 12.00 Uhr Kulturprogramm im Westend – Thematischer Schwerpunkt: Erich Mühsam

Am 04. Februar 2012 jährt sich zum 93. Mal die Niederschlagung der Bremer Räterepublik. Die Herrschaft des Arbeiter- und Soldatenrates in der
Revolution von 1918/19 und die Existenz der „Sozialistischen Republik Bremen“ vom 10. Januar bis zum 04. Februar 1919 gehören zur
demokratischen Tradition unserer Stadt.
Der Kieler Matrosenaufstand, der die deutsche Revolution im November 1918 einleitete, bildete auch in Bremen den Auslöser für den Sturz der
alten Ordnung. Am 06. November gab der Unabhängige Sozialdemokrat Adam Frasunkiewiecz vom Balkon des Rathauses bekannt, dass ein Arbeiter- und
Soldatenrat gebildet wird.
Doch anders als in Bremen, wo die Linke die Mehrheit in der Arbeiterbewegung hatte, kam die Revolution in Berlin und im Reich bald ins Stocken.
Die Führung der Mehrheitssozialdemokratie unter Ebert und Scheidemann und die Spitzen der Gewerkschaften wollten eine Entwicklung wie nach der
russischen Oktoberrevolution verhindern und orientierten auf die Errichtung einer bürgerlich-demokratischen, parlamentarischen Republik. Sie
setzten statt der Errichtung einer Räteherrschaft der Arbeiterschaft die Wahlen zu einer Nationalversammlung durch, ließen die alten Gewalten
in der Wirtschaft, Staatsapparat und Justiz und Armee ihre Macht und bekämpften eine weitere Umwälzung auch mit Waffengewalt, indem sie mit
Freikorps unter kaiserlichen Offizieren gegen USPD und Spartakus vorgingen. Den von Noske geführten konterrevolutionären Truppen fielen im
Januar 1919 Hunderte von Sozialisten zum Opfer, unter ihnen auch Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht.
Um diese Entwicklung in Bremen zu verhindern und die angestrebte sozialistische Demokratie zu erreichen, proklamierte der Aktionsausschuss nach
einer großen Demonstration der Bremer Arbeiterinnen und Arbeiter am 10. Januar 1919 die „Sozialistische Republik Bremen“ und ein Rat von
Volksbeauftragten aus USPD- und KPD-Mitgliedern (u.a. Dannat, Henke, Knief) übernahm die Verwaltung der Stadt. Die Räteregierung nahm eine
Reihe sozialer Reformen in Angriff.
Die Banken weigerten sich, der neuen Regierung Geld für Löhne und Gehälter auszuzahlen. Vor allem aber hatte die Ebert-Regierung in Berlin –
auch auf Bitten der Abgesandten der Bremer Kaufmannschaft – beschlossen, in Bremen wieder „Ruhe und Ordnung“ herzustellen. Am 25. Januar befahl
Noske der Freiwilligen-Division Gerstenberg, der sich ein aus bremischen Bürgersöhnen gebildeten Freikorps unter Oberst Caspari anschloss, den
Angriff auf Bremen. Der begann am 04. Februar mit über 3000 Soldaten, Kanonen und Panzerautos. Nach heftiger Gegenwehr mussten die Arbeiter den
Kampf einstellen, 29 Verteidiger der Räterepublik waren gefallen.
So endete auch in Bremen der Versuch, Demokratie und Sozialismus durchzusetzen.

Wir gedenken der gefallenen Verteidiger der Bremer Räterepublik und wir fragen nach der Aktualität ihrer Ideen für uns heute.