Berufsverbote in Bremen - vergessen und erledigt?

Wo:Konsul Hackfeld-Haus
Wann:06.02.12 um 19 Uhr
Was:Vortrag
Kurz:40. Jahrestag der Berufsverbote in Bremen

Runde Geburtstage sind meistens ein Anlass zum Feiern und fröhlichen Rückbesinnen. Anders sieht es beim 40.Jahrestag des
Radikalenerlasses aus, der am 28.1.2012 sein wird. Das Rückbesinnen auf die politischen Folgen dieses Beschlusses der
Ministerpräsidenten der Länder fällt alles andere als fröhlich aus.
In Bremen – wie auch in der gesamten BRD – begann damit eine beispiellose Berufsverbotepolitik, deren Auswirkungen bis heute zu
spüren sind. Studentenbewegung, außerparlamentarische Opposition, der politische Widerstand der 60er und 70er Jahre sollten
gebrochen werden und auf keinen Fall den Weg in die Institutionen des öffentlichen Dienstes, nämlich in Schulen,
Universitäten, Krankenhäuser, Verwaltungen u.s.w. finden.
Es begann eine Zeit der offenen und versteckten politischen Überprüfung von Bewerbern für den öffentlichen Dienst und von dort
Beschäftigten. Es gab in der Folge davon viele Ablehnungen und Entlassungen. Ein Klima der Furcht sollte erzeugt werden,
angepasste Staatsdiener waren das Ziel dieser Politik.
Solange es den Ministerpräsidentenbeschluss mit all seinen Folgeverfügungen (in Bremen zum Beispiel dem sog. Eisenhauererlass)
nach nun 40 Jahren immer noch gibt, sind Berufsverbote weiterhin möglich.
Weil in den vergangenen Jahren wenig darüber zu hören war und viele der Jüngeren den Begriff „Berufsverbot“ gar nicht mehr
kennen, ist die Diskussion über das Thema von besonderer
Bedeutung.

Welche Rolle spielte der Radikalenerlass in Bremen?

Gab es Berufsverbote mit der sich so fortschrittlich gebenden und damals allein regierenden SPD hier in Bremen?

Welche Leute waren betroffen?

Wie lief das ab?

Was ist aus ihnen geworden?

Ist die Zeit der Berufsverbote vorbei?

Wie haben die Bürgerschaft und der Senat damals reagiert? Wie heute?

Diese und andere Fragen werden auf der Veranstaltung behandelt.

Es diskutieren:

Wolfgang Grotheer (SPD) | Hermann Kuhn (Grüne)

Gerd Baisch | Betroffene | GEW-Vertreter_in

Moderation: Katja Barloschky