Sinti und Roma - Ein Leben zwischen Verfolgung und Diskriminierung

Wo:Villa Ichon
Wann:08.02.12 um 20 Uhr
Was:Vortrag
Kurz:Vortrag von Manfred Bannow

Eintritt 4€

Im Jahr 1417 erklärte der Dominikanermönch Hermann Korner das Zigeuner kriminell und arbeitsscheu wären. Diese Auffassung war ein Baustein für die über jahrhunderte andauernde Verfolgung der Sinti und Roma, die ihren mörderischen Höhepunkt im Auschwitzerlass von 1942 fand . Die Sinti und Roma, die den Völkermord überlebten, erlebten nach 1945 auch in Bremen das sie nicht erwünscht waren.

In Bremen und anderen Städten erklärten Behörden das Sinti und Roma im 3.Reich aus kriminalpräventiven und nicht aus rassischen Gründen inhaftiert worden wären. Sinti und Roma, die als Opfer des nationalsozialistischen Verfolgung anerkannt werden wollten, sahen sich in Bremen mit Beamten konfrontiert, die sie vor 1945 verhaftet hatten.

Sehr schnell wurde in Bremen wieder von einer Zigeunerplage geredet, die es zu bekämpfen gelte. Die in Bremen lebenden Sinti und Roma wurden 1949, teilweise mit Gewalt, auf das Gelände Riespott umgesiedelt. Erst Ende des siebziger Jahre änderte sich die gesellschaftliche Wahrnehmung der Sinti und Roma.. In der bremischen Bürgerschaft wurde z.B. die Forderung laut, dass sich das “Zigeuner-Bild” in der Öffentlichkeit im positiven Sinne ändern müsse.