Präsidentialismus alla Turca

Wo: Lagerhaus/Mediencoop
Wann:22.01.19 um 19:00 Uhr
Was:Vortrag
Kurz:Von einer defektdemokratischen hin zu einer autokratischen Ordnung

Im Juli 2018 wurde in der Türkei ein sogenanntes „Präsidialsystem“
eingeführt. Vielmehr als ein Wandel des Regierungssystems ist es ein
autokratischer Umbau. Recep Tayyip Erdo?an kann die Politik des Landes
nunmehr ohne effektive Gewaltenteilung nach Gutdünken bestimmen. Einer
hoffnungsvollen Phase Anfang der 2000er Jahre, folgte der endgültige
Abschied von einer pluralistischen und freiheitlichen politischen
Ordnung. Das Verhältnis zwischen Demokratie und Autokratie ist seit der
Gründung der türkischen Republik 1923 hochgradig ambivalent. Ein Grund
hierfür ist die im türkischen Nationalismus tief verankerte Vorstellung
einer homogenen türkischen Nation und die damit verbundene Leugnung von
multiethnischen und -religiösen Realitäten. Es ist demnach beliebig, ob
präsidentiell oder parlamentarisch, demokratisch oder autoritär;
Hauptsache Türkisch.
Der Politikwissenschaftler Mahir Tokatl? referiert über die
gescheiterten Versuche einer Demokratisierung des Landes und bietet
Erklärungsansätze für dieses Scheitern. Ein besonderer Fokus wird
hierbei auf den Entwicklungen in der AKP-Ära liegen, die vor allem auf
die Lebensbedingungen der kurdischen Bevölkerung erhebliche negative
Auswirkungen mit sich brachten.

Vortrag und Diskussion mit Mahir Tokatl? organisiert von Infamous Youth

Freitag 22.01. | 19:00 | Lagerhaus |