Ach du schnöde Grausamkeit

Wo:Schwankhalle
Wann:13.06.18 um 20:00 Uhr
Was:Spiel+Spass
Kurz:Studentische Theaterprojekt der Hochschule Bremen

Zum Hintergrund der Inszenierung

„Der brutale Charme der gelenkten Demokratie“
„In Europa droht kein neuer Totalitarismus. Was hier droht, ist eher eine
schleichende Erosion von Grundrechten und Machtbalance. Im zitierten
Leitartikel ist vom Zersetzungsprozess freier Gesellschaften die Rede, u.
a. verursacht von Politikern, die „durchregieren“ wollen, und durch
Wahlbürger, denen die klare Ansage von oben lieber ist als der
anstrengende Diskurs auf Augenhöhe.“ (Leitartikel Helge Wagner, Weser
Kurier vom 15. Mai 2018)

Von der Krise der Wahrheit, und dass sie die Demokratie in unserem Land
und anderswo bedroht, befasst sich sowohl der neue Roman von Juli Zeh
„Leere Herzen“, und das aktuelle Theaterstück von Elfriede Jelinek „Am
Königsweg“.
„It´s a suicide world“
Juli Zeh begibt sich mit ihrem Roman in das Jahr 2025 und beschreibt eine
Gesellschaft, wie sie morgen aussieht, aber ihre Vorboten sind schon heute
deutlich sichtbar. Ausgehend von einer steigenden Selbstmordrate in
unserer Gesellschaft gründen Britta und Babak, die Hauptprotagonisten des
Romans, ein start-up Unternehmen. Sie wittern ein lukratives Geschäft mit
dem Tod.

„Du hast zwar Augen, und siehst doch nicht“
Elfriede Jelinek befasst sich mit dieser Problematik aus einem anderen
Blickwinkel. Sie beschreibt in ihrem neuesten Stück „Am Königsweg“, wie
sich die Abgehängten der Globalisierung zur Lösung ihrer Probleme neue
Vorkämpfer – neue Könige suchen.

„Doch sie werden hören, wie die Wahrheit umfällt, da keiner sie gestützt
und immer nur geschmäht hat. Sehen werden Sie sie nicht mehr können, denn
Sie werden blind sein, und nicht einmal Ihre Blindheit wird auf Ihrem Mist
gewachsen, sie wird Ihnen zugefügt worden sein. Was, Sie wollen genau
solch eine Blindheit, wie der Seher eine hat, nur in einer anderen Farbe?
Haben wir nicht. Der König hat alle Blindheit aufgekauft, weil er deren
Vorteile gesehen hat. Einem Blinden glaubt man alles, er kann ja nicht
lügen, weil er die Wahrheit nie kennenlernt.“